Welche Faktoren beeinflussen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten?

Wenn ein Kind Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben ist es weder dumm, noch faul. Auch gibt es niemals nur eine Ursache, wenn sich ein Kind mit dem Lernen von Buchstaben schwerer tut. Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) werden vielmehr durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst.

Disposition

Wie ein Kind Sprache verarbeitet, hängt viel von den inneren Anlagen ab. Auch die Fähigkeit, sich zu konzentrieren oder sich Dinge zu merken spielt eine wichtige Rolle beim Schriftsprachenerwerb. Einige Kinder benötigen einfach mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr Anleitung als andere. Zuhause wie auch im Unterricht ist die Lernumgebung deshalb ganz entscheidend. Auch die psychische Verfassung des Kindes ist maßgeblich dafür, wie schnell und gut es lernen kann. Stress, Versagensgefühle oder Schulangst führen zu regelrechten Lernblockaden im Gehirn: Nichts geht mehr. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist häufig gar nicht so einfach. Dann ist familiärer Rückhalt und Unterstützung durch das Elternhaus wichtig für Selbstbewusstsein und nachhaltige Lernerfolge.

LRS haben viele Ursachen. Einfach hier klicken, PDF ausdrucken und gemeinsam mit dem Kind erkunden, welche Faktoren ihm zu schaffen machen, die man vielleicht wie bei unserem Eisberg gar nicht sieht.

Sozioökonomische Faktoren

Auch sozioökonomische Faktoren sind nicht zu unterschätzen. Kinder aus sozial schwächeren Familien haben leider in Deutschland noch immer geringere Bildungschancen. Damit einher gehen auch schwächere Lese- und Schreibkompetenzen.

Migrationshintergrund

Die Familienherkunft aus einem anderen Land bzw. anderen Kulturkreis kann eine mögliche Erschwernis beim Schriftspracherwerb darstellen. Dies hängt im Wesentlichen mit der Muttersprache zusammen, die im Elternhaus oder bis vor Kurzem noch gelernt und gesprochen wurde. Möglich ist auch, dass Kinder anderer Herkunft zunächst kein lateinisches Alphabet kennen und daher zunächst „das ABC“ erlernen müssen, während die meisten Mitschüler im deutschen Schriftspracherwerb schon deutlich weiter sind.

Negativ-Spirale

Erlebt ein Kind bereits beim Erlernen des Lesens und Schreibens erste Misserfolge, tritt häufig eine sich aufschaukelnde, negative Entwicklung ein: Das Kind ist verunsichert, sein Selbstwertgefühl sinkt. Die Reaktionen des Umfeldes sind dabei maßgeblich. Botschaften wie „Du musst dich einfach mehr anstrengen!” oder „Du bist einfach nur faul. Das kann doch jeder!” verwirren ein Kind, entwerten seine Bemühungen und entmutigen es. Schließlich haben die größten Anstrengungen ja nicht zum Erfolg geführt. Häufig zieht ein Kind dann die falschen Schlüsse und denkt, dass es wohl wirklich an ihm selbst liegen muss. Das Kind entwickelt das Gefühl, dumm oder faul zu sein. Kommen Hänseleien Gleichaltriger hinzu, sucht das Kind womöglich in anderen Bereichen nach Bestätigung. Manchmal sind Kinder mit LRS deshalb die Klassenkasper oder aber sie ziehen sich immer weiter zurück. Die Manifestation der Lernprobleme hat eingesetzt und kann letztlich dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler mit anfänglich nur geringen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten als „hoffnungsloser Fall” abgestempelt werden.

Kinder stützen und schützen

Doch wie geht man mit anfänglichen Leseschwierigkeiten besser um? Wichtig ist, dass die Kinder nie das Gefühl haben, dass sie weniger intelligent oder gar schuld sind an den Problemen. In enger Zusammenarbeit mit der Lehrkraft gilt es, herauszufinden, was das Kind benötigt, um besser und konzentrierter lernen zu können. Auch ein Sehtest sollte gemacht werden, um herauszufinden, ob eventuell eine Sehschwäche vorliegt. Dasselbe gilt für das Hörvermögen. Schließlich kann über gezielte Unterstützungsangebote nachgedacht werden. In jedem Fall soll die häusliche Lernumgebung an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden: mehr Ruhe, ein aufgeräumter Schreibtisch, kurze Lernabschnitte, die mit einem Erfolg enden, viel Lob und Geduld seitens der Eltern. Manche Kinder benötigen einfach mehr Zeit für bestimmte Dinge. Das ist kein Weltuntergang, sofern es die richtige Unterstützung bekommt und sich gemäß seiner tatsächlichen Fähigkeiten entfalten kann.

Lurs, das Rechtschreibmonster

Um Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten Schuld- und Versagensgefühle zu nehmen, hat LegaKids das Rechtschreibmonster Lurs entwickelt. Er ist Schuld daran, dass sich Kinder mit dem Lesen lernen so schwer tun. In den zahlreichen kostenlosen Lernspielen von LegaKids tritt er schon auch mal gegen die Kinder an, die ihn mit ihrer Cleverness meistens besiegen. In der Lurs-Akademie bildet das Rechtschreibmonster seine Lürslein aus. Hier finden Sie zu verschiedenen Themengebieten Erklärfilme mit zugehörigen Spielen und Übungsblättern. Schauen Sie doch einmal rein! Hier geht’s zur den Lese- und Lernspielen der Lurs-Akademie.

Bildquellen: © LegaKids Stiftungs-GmbH

 

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Qualifikation und Fortbildung von Lehrkräften zu Alphabetisierung und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS, Legasthenie)