Digitale Medien und Medienkompetenz im Unterricht

Noch immer sind digitale Medien in der Schule kaum Thema. Sowohl bei der Medienerziehung als auch bei der Unterrichtsgestaltung hinkt man in Deutschland in Sachen Digitalisierung noch immer hinterher. Wie können Lehrkräfte mit der Digitalisierung Schritt halten und neue Medien auch im Unterricht sinnvoll einsetzen?

Vielfältige Möglichkeiten

Schülerinnen und Schüler lernen besser, wenn der Stoff nicht nur gehört, sondern mit allen Sinnen erfahrbar wird. Hier bieten neue Medien großartige Möglichkeiten, den Unterricht spannend, lehrreich und altersgerecht zu gestalten. Smartboards (interaktive Tafeln) können Videos und Audiomaterial abspielen und Bilder zeigen. Das ganze Klassenzimmer kann vernetzt miteinander interagieren. Beiträge, Fotos, Bilder oder Ergebnisse einer Schülerin oder eines Schülers können etwa über ein Tablet direkt auf das Smartboard übertragen werden. Die Lehrkraft hat dann die Möglicheit, diese Inhalte direkt in den Unterricht einzubauen. Digitalisierung der Klassenzimmer ist kein technischer Schnickschnack und auch nicht bloße Ergänzung des Unterrichts. Neue Medien bieten ganz neue Möglichkeiten, Unterricht zu gestalten und Lerninhalte erfahrbar zu machen. Sie sollen den „normalen“ Unterricht nicht ersetzen, können jedoch neue Lernfelder eröffnen und wesentlich zum Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler beitragen.

Spannende Projekte

Bereits an den Grundschulen können neue Medien eingesetzt werden, um Kinder für Lerninhalte zu begeistern. Wie quakt ein Frosch? Wo lebt er? Anstatt eines langweiligen Arbeitsblattes können die Kinder selbst im Rahmen von kleinen Projekten Material sammeln. Fotos, Videos, Zeichnungen, Aufnahmen von Froschquaken – die Kinder können alles sammeln und live im Unterricht zu einem interaktiven Medienprojekt zusammenstellen. Im Nachgang zu Ausflügen oder Museumsbesuchen können Kinder interaktive Erinnerungen erstellen, ergänzen und teilen, und so das Erlebte theoretisch vertiefen.

Medienkompetenz lehren

Um die Kinder an den richtigen Umgang mit neuen Medien heranzuführen, müssen Lehrerinnen und Lehrer selbst erst einmal geschult werden. Auch müssen die Kinder die Möglichkeit haben, gemeinsam Dinge anzusehen und auszuprobieren. Recherchieren, dokumentieren, sowie das Erstellen von Portfolios und Präsentationen gehört auch zur Medienkompetenz. Ebenso gehören Themen wie soziale Medien, Cyber-Mobbing und -Kriminalität, Internetsucht, maßvolle Nutzung von Spielen, Urheberrechte und sicheres Surfen zur Vermittlung von Medienkompetenz. Doch der richtige Umgang mit Medien lässt sich nur schwer im Frontalunterricht vermitteln. Durch den aktiven Einsatz von praktischen Übungen, Erklärvideos und durch die Erstellung von Mindmaps in Diskussionsrunden lassen sich medienbezogene Inhalte viel glaubwürdiger und anschaulicher vermitteln. Eine erste Orientierung zur Netzwelt von Kindern und Jugendlichen bietet beispielsweise das Lehrerhandbuch von Klicksafe.de.

Gezielt weiterbilden

Lehrkräfte sollten den Anschluss an die neuen technischen Entwicklungen nicht verpassen. Dabei auf eine kurzfristig bessere Ausstattung der Schulen zu hoffen, wäre naiv. Es gibt viele Weiterbildungsangebote zum Thema Neue Medien. Sie reichen von Wochenendseminaren bis hin zu berufsbegleitenden Studiengängen in Medienpädagogik. Wer selbst aktiv werden will, kann sich beispielsweise zur medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkraft ausbilden lassen. Bei Lehrerinnenfortbildung Baden-Württemberg findet man einen Basiskurs zur Medienbildung und zahlreiche Informationen zu digitaler Unterrichtsgestaltung. Ebenfalls hilfreiche Anregungen gibt es etwa bei den Landesmedienanstalten, oder bei der Plattform Lehrer-Online sowie beim Deutschen Bildungsserver.

Bildquelle: © LegaKids Stiftungs-GmbH

 

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