Diagnostik für Erwachsene mit LRS

© Vitezslav Halamka / fotolia.com / Erwachsene mit LRSAus Kindern werden Erwachsene. Und nicht jeder hatte das Glück in der Kindheit beim Lesen- und Schreiben-Lernen eine wirksame Unterstützung und damit auch bleibende Erfolge zu erfahren. Wenn ein Erwachsener also den Eindruck hat, dass er (nach wie vor) besondere Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten hat und dies fachlich abklären lassen möchte, bieten sich je nach Motivation und Ziel zwei Wege an: Sie können mit einer Förderdiagnostik Klarheit über den eigenen Leistungsstand erlangen. Anschließend können sie gezielt entsprechende Fördermöglichkeiten suchen. Oder sie benötigen eine ärztliche Diagnostik, um einen Nachweis über LRS/“Legasthenie“ gegenüber Behörden, dem Arbeitgeber etc. zu erhalten.

Klarheit über den eigenen Leistungsstand erlangen, Fördermöglichkeiten herausfinden

Wenn ein Erwachsener eine fachliche Einschätzung seiner bestehenden Rechtschreib- und Leseschwierigkeiten bekommen und diese mit professioneller Hilfe verbessern will, führt der beste Weg über eine lerntherapeutische Praxis. Hier können einschlägige Rechtschreib- und Lesetests gemacht werden, die einen förderdiagnostischen Schwerpunkt haben. Sie dienen dann zur Grundlage für die Erstellung des Trainingsplans, mit dem die Probleme angegangen werden können.

Nicht alle lerntherapeutischen Praxen arbeiten mit Erwachsenen. Man sollte sich hier direkt über die Praxen in der Nähe per Kontaktaufnahme informieren. Für die Kosten für Tests und Training muss der Betroffene selbst aufkommen. Es gibt keine staatliche Förderung. Teilweise finanzieren allerdings Betriebe ein Training für einen Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin.

Nachweis der LRS/“Legasthenie“ für Ausbildung, Prüfung, eine Behörde etc.

Wenn eine erwachsene Person die Bescheinigung einer LRS bzw. „Legasthenie“ braucht, um einen Nachteilsausgleich in einer Ausbildung oder Prüfung zu bekommen oder um einer Behörde die Schwierigkeiten nachzuweisen (Sozialamt, Einwanderungsbehörde), dann wird üblicherweise eine Diagnose nach ICD-10 verlangt. Diese Diagnose ist den Psychiatern vorbehalten. Dazu werden üblicherweise ein Intelligenztest, ein Rechtschreibtest und Lesetest durchgeführt.

Im Erwachsenenbereich ist es schwierig, entsprechende Praxen zu finden. Im Allgemeinen sind die psychiatrischen Abteilungen von Kliniken dazu in der Lage, ebenso niedergelassene Psychiater oder Psychotherapeuten mit der Erlaubnis, diese Gutachten zu erstellen. Auch ein Weg über den Amtsarzt ist möglich. Die Kosten der Untersuchung übernimmt die Krankenkasse, das Gutachten selbst muss privat bezahlt werden.

Diese beiden Wege für Erwachsene mit LRS schließen sich selbstverständlich gegenseitig nicht aus, denn zum Lernen ist es nie zu spät 🙂

Sie finden weitere Anregungen und Alltagstipps für Erwachsene mit LRS auf den Seiten von LegaKids.

 

Bildquelle: © Vitezslav Halamka / fotolia.com

2 Responses zu “Diagnostik für Erwachsene mit LRS”

  1. Schladebach 9. August 2017 um 17:31 #

    Liebe Britta Bürger, als Erwachsener mit LRS kann man sich auch an die Volkshochschulen wenden und beraten, bzw einstufen lassen. Das wird z.T auch anerkannt und ist kostenlos.
    Kurse findet man hier beim Kursfinder http://www.alfa-telefon.de/
    Liebe Grüße
    Almut Schladebach
    http://www.alpha-fundsachen.de

    • mm
      Britta Büchner 9. August 2017 um 18:12 #

      Liebe Frau Schladebach,

      vielen Dank für den hilfreichen Hinweis, den wir in Zukunft auch gerne so weitergeben!

      Viele Grüße

      Britta Büchner

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Qualifikation und Fortbildung von Lehrkräften zu Alphabetisierung und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS, Legasthenie)