Lücken-Lesen (Methode zur Leseförderung)

Gemeinsames LesenLautes Lesen sowie z.B. das bereits vorgestellte Paired Reading sind sehr wichtige Methoden, um die Leseflüssigkeit zu trainieren.

Eine weitere Variante möchten wir Ihnen heute mit dem sogenannten Lückenlesen vorstellen:

  1. Wählen Sie mit Ihrem Kind oder Schüler einen Text aus, der sie oder ihn interessiert.
  2. Legen Sie den Text so hin, dass Ihr Kind mitlesen kann, und beginnen Sie damit, den Text laut und langsam vorzulesen. (Im Klassenkontext mit Lesetandems muss der Text entsprechend von beiden Lernenden einsehbar sein.)
  3. Stoppen Sie an einer Stelle – Ihr Kind soll weiterlesen. Entweder wird nur das jeweils nächste Wort vorgelesen (schwache Leser), der Rest des Satzes oder Absatzes (durchschnittliche Leser) oder bis zu einer Stelle, wo Ihr Kind spontan aufhört und Sie aufgepasst haben müssen und entsprechend wieder übernehmen.

Diese spielartige Form fördert gleichzeitig das (Mit-)Lesen und die Konzentration. Varianten sind natürlich denkbar – auch mit Wetten und Wetteinsätzen, wenn die Eltern oder die Mitschüler/innen nicht innerhalb von ein paar Sekunden weiterlesen, weil sie selbst nicht aufgepasst haben. 😉

5 Responses zu “Lücken-Lesen (Methode zur Leseförderung)”

  1. Gille 26. Juni 2015 um 16:21 #

    Eine rund um wunderbare Methode, die ich sicher ausprobieren werde!!!
    LG Gille

  2. Marek 27. Juni 2015 um 9:20 #

    Es geht ja nicht darum, „irgendwelche“ neue Methoden vorzustellen. Ist das Lücken-Lesen wissenschaftlich auf Wirksamkeit überprüft, so wie es die Lautlesetandems sind? Wenn ja, wo kann ich nachlesen?
    Marek

    • mm
      David Gerlach 28. Juni 2015 um 16:12 #

      Lieber Marek,
      wissenschaftlich evaluiert ist diese Methode (wohl) nicht, obwohl sie insbesondere im nordamerikanischen Raum (woher ja auch das Paired Reading ursprünglich stammt) in einschlägigen Methodenbüchern empfohlen wird als „Gap(ped) Reading“. Wir haben mit der Methode positive Erfahrungen in der außerschulischen Förderung gemacht und wollten es daher hier als eine mögliche Idee für den Unterricht auch vorstellen! 🙂
      Viele Grüße
      David

  3. Marion 28. Juni 2015 um 11:28 #

    Mit dieser „Methode“ habe ich schon vor Jahren gemeinsam mit meinen Söhnen gelesen. Je älter sie wurden und je besser sie lesen konnten, umso länger wurden die Leseabschnitte meiner Söhne und mein Leseanteil wurde zunehmend geringer.

  4. Ute Heidorn 22. Juli 2015 um 11:51 #

    In über 20 Jahren Praxis in der Lernförderung habe ich ausgesprochen gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Auch mein eigener Sohn wurde dadurch zu einem gern lesenden Menschen, und die Wirkung hält bis heute an.
    Wahrscheinlich ist diese Methode zu einfach und zu kurz, um das Interesse eines Studenten oder Doktoranden oder gar Doktorvaters zu wecken. Hilfreich und nützlich ist sie trotzdem 🙂 LG Ute

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