Die Schüttelbox – Hilfe für Kinder

SchüttelboxDer Zahlzerlegung Rechnung tragen: Das Schüttelbox-Programm des Osnabrücker Zentrums für mathematisches Lernen – Hilfestellung für Kinder mit Schwierigkeiten im Rechnen und deren Lehr- und Förderkräfte

Beim Aufbau des Zahlenraums bis zehn ist die genaue Kenntnis darüber, wie man Zahlen zerlegen kann, von elementarer Bedeutung. Sie erleichtert den Zehnerübergang vorwärts und rückwärts und ist auch notwendig bei der Simultanerfassung von Mengen über vier. Leider wird im schulischen Kontext nicht nur viel zu schnell darüber hinweggegangen, oft wird die Kenntnis der Zahlzerlegung vorausgesetzt. In der Arbeit mit rechenschwachen Kindern wird deutlich, dass bereits hier großer Handlungsbedarf besteht. Allerdings beschränkt sich die Materialauswahl auf Chips, Muggelsteine oder Holzklötzchen.

Das Programm

Mit dem Schüttelboxprogramm von Esther Finster und Hans-Joachim Lukow gibt es nun genau für diesen wichtigen Aspekt ein hilfreiches Angebot. Ausgangsmaterial ist die „Schüttelbox“, ein Plastikkästchen mit Kugeln, das zur Hälfte senkrecht durch einen Steg abgeteilt ist. Dadurch können sich die Kugeln in zwei Kammern verteilen – also bei der Menge von vier in zwei zu zwei, oder in drei zu eins. Zusätzlich gibt es den Schüttelblock und das Schüttelbox PC Programm. In der dazugehörigen Anleitung findet man eine gute Zusammenfassung über die mathematischen Vorläuferfertigkeiten, über das Erlangen des Zahlverständnisses und der Simultanerfassung.

Schuettelbox-ProgrammDie Arbeit mit der Schüttelbox

Wie wird nun mit dem Schüttelboxprogramm gearbeitet? Auf der Handlungsebene wird die Zahlzerlegung mit der Schüttelbox deutlich gemacht. Diese wird verknüpft mit den Darstellungen des Schüttelblocks. Die Mengendarstellungen dieses Blocks umfassen Fingerbilder, das Zehnerfeld, Maya-Zahlen, Würfelbilder und arabische Zahlen. Seine linke Seite enthält die Gesamtmengen, seine rechte Seite die Teilmengen. Auf der Rückseite finden sich auf der linken Seite zusätzlich noch Zahlzerlegungshäuser mit den möglichen Zahlzerlegungen als Kontrolle für die richtige Bestimmung der Teilmenge. Die Arbeit mit sichtbaren Mengen findet zunächst ausschließlich auf der linken Seite des Schüttelblocks statt.

Zahlzerlegung

In einem zweiten Schritt wird die Zahlzerlegung mit offenen und verdeckten Teilmengen – Verknüpfung der linken mit der rechten Seite des Schüttelblocks – eingeübt. Es folgt der „visuelle Umbau“, die Zahlzerlegung unabhängig vom Material in der Vorstellungsbildung.

Unterstützend dazu ist das zweiteilige PC-Programm mit den Inhalten „Anzahlen erkennen“ und „Zahlzerlegung im Zahlenraum bis zehn. Mit dem Schüttelboxprogramm ist endlich einmal eine Möglichkeit geschaffen, den Prozess der Zahlzerlegung umfassend und kontrolliert durchzuführen. Das Kriterium für einen erfolgreichen Übungsprozess ist der Fakt, dass ein Kind die Zahlzerlegung automatisiert auf der symbolischen Ebene durchführen kann.

Beachten Sie auch die von uns empfohlenen Einrichtungen unter:
www.arbeitskreis-lernforschung.de

Bisherige Kommentare zu “Die Schüttelbox”

  1. Helga Graxenberger sagte am :

    Ich gebe Förderunterricht an Grundschulen und habe das Schüttelbox-Programm mit meinen Schülern ausprobiert, nachdem ich eine Fortbildung beim Osnabrücker Zentrum für math. Lernen für die Arbeit mit diesem Programm besucht habe. Die Simultanerfassung von Zahlen sowie die Zahlenzerlegung konnte ich mit Hilfe des Schüttelbox-Programms sehr gut erarbeiten. Prima – ich kann es nur weiter empfehlen!

     
  2. Berdn großer sagte am :

    Liebes Schüttelbox-Team!
    Ich bin Vater eines 7-Jährigen Sohnes, mit dem ich mit den Materialien des Schüttelbox-Programms gearbeitet habe, da es bei ihm immer noch Unsicherheiten beim Thema Zahlzerlegung gab.
    Ich bin auf das Schüttelbox-Programm im Internet aufmerksam geworden (ein Programm für die Grund- und Förderschule) und habe das Handbuch gründlich „studiert“. Mit dem Schüttelblock und den beiden PC-Programmen zur Zahlzerlegung hat Konstantin geübt. Mit sehr positivem Erfolg.
    Ich kann das Programm ebenfalls Eltern ans Herz legen, halte aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema – wie das Lesen des Handbuchs – für wichtig.
    Bernd Großer, Dresden

     
  3. Annett Rölke sagte am :

    Wir haben die beiden Schüttelbox PC-Programme „Anzahlen erkennen“ und „Zahlzerlegung im Zahlenraum bis 10“ bei unseren Kindern Sandra (8 Jahre) und Marco (5 Jahre) ausprobiert.
    Als wir das Schüttelbox-Programm angeschafft haben, war Sandra seit 3 Monaten in der 1. Klasse und 7 Jahre alt.
    Das PC-Programm „Anzahlen erkennen“ mit sichtbaren Teilmengen unterforderte Sandra schon nach kurzer Zeit. Sie konnte schon Zahlen bis 10 sicher erfassen. Für sie war das PC-Programm „Zahlzerlegung im Zahlenraum bis 10“ gut geeignet, um die „schwierigen Zahlzerlegungen“ wie beispielsweise 7 in 4 und 3, 9 in 2 und 7 und 10 in 6 und 4 zu erarbeiten und automatisieren. Das Programm knüpft an die Schüttelbox mit der Kraft der Fünf an. Ein Fantasie-Rabe gibt dem Kind Rückmeldung, wie es gearbeitet hat. Meiner Tochter haben das Programm und die Arbeit mit der Schüttelbox gut gefallen und geholfen, die Zahlzerlegungen zu üben. Die zusätzlichen Übungen, die der Schüttelblock liefert, brauchten wir nicht einsetzen. Wer jedoch den Schüttelblock nutzen will, sollte sich auch mit dem Handbuch beschäftigen. Für Marco war das PC-Programm „Anzahlen erkennen“ bereits im letzten Kindergartenjahr eine gute Vorbereitung auf die Schule, um die Anzahlen zuerst bis 5 und dann auch darüber hinaus sicher zu erfassen.

     
  4. Horstmann, Karin Annetta sagte am :

    Ich, Frau Karin A. Horstmann, unterrichte an einen Bremer Gymnasium und habe das Osnabrücker Zentrum durch eine Fortbildung zur Lernstanderhebung im Jahrgang fünf kennengelernt.
    Die mathematischen Inhalte der Grundschule sind mir aus einem Weiterbildungsprojekt bezüglich der Grundschulmathematik in der Universität Bremen gut bekannt.
    Die erste Hürde in der Grundschulmathematik bei der Vermittlung des Zahlbegriffs und dem Operieren mit Zahlen im Zahlenraum bis zehn respektive bis zwanzig ist der Übergang vom zählenden Rechnen zum Arbeiten mit Strukturen, um das Teile-Ganzes-Konzept zählfrei zu erarbeiten.
    Das Schüttelbox-Programm ist meines Erachtens ein guter Ansatz, der Lehrern in der ersten Klasse helfen kann, dies zu erreichen. Das Material, wie oben beschrieben, stellt dem Lehrer in Form des Schüttelblocks ein Hilfsmittel zur Verfügung, das es erlaubt, die Kinder von Anfang an auf das simultane Erfassen von Teilmengen zu verpflichten, um so in höchstens zwei Schritten die Gesamtmenge im Zahlenraum bis zehn zu erfassen. In der Bearbeitung mit dem Block liegt die wesentliche pädagogische Entwicklung dieser Sachzusammenhänge. Das Handbuch liefert die entsprechenden Anleitungen für die Impulse. Anregender als das Studium des Handbuches ist die Teilnahme an einer ganztägige Fortbildung, wie sie vom Zentrum angeboten wird. Die zum Programm gehörenden CDs und Schüttelboxen sind weitgehend selbsterklärend; sie dienen zur Übung und Verfestigung des Gelerntem und ermöglichen alternative Wege zum Erfassen der kardinale Zahlen bis zehn.

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Eine Antwort zu “Die Schüttelbox – Hilfe für Kinder”

  1. Marte Schwarz 19. September 2016 um 8:23 #

    Die Schüttelbox (ohne Computerunterstützung) hatte ich vor 8 Jahren an der Montessorischule kennengelernt. Dort ist sie schon viele Jahre länger im täglichen Gebrauch. Viele gute Lern-(spiel-)materialien sind wohl bekannt, finden aber in den Regelschulen keinen Einzug, weil dort nach wie vor auf synchrones Lernen der ganze Klassengemeinschft wert gelegt wird und daher solch Materialien quasi immer im Klassensatz beschafft werden müssten, der dann nur ganz kurze Zeit im Jahr zum Einsatz kommen wird. Die restliche Zeit verbraucht er Platz. Außerdem kostet ein ganzer Klassensatz natürlich Unsummen an Geld. Also ist das an den Regelschulen unpraktikabel und wird weiterhin mit Papier und Bleistift gemacht. Dass es „begreifen“ heißt und nicht „beschreiben“ ist wohl eher ein Zufall der Lehrgeschichte ?!?

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