Studie zur Prismenbrille – Teilnehmer gesucht

Vor kurzem hat uns die Bitte um die Veröffentlichung einer Studienteilnehmersuche zur Prismenbrille erreicht. Da wir in den letzten Wochen ohnehin einen Schwerpunkt auf die Beteiligung von auditiven und visuellen Wahrnehmungsschwierigkeiten bei LRS gelegt haben, kommen wir dieser Bitte gerne nach.

Die Diskussion um Nutzen und Wirksamkeit  einer sogenannten Prismenbrille bei Winkelfehlsichtigkeit hält schon viele Jahre an. Um so sinnvoller erscheint es, dieses im Verhältnis einfache und kostengünstige Hilfsmittel innerhalb einer wissenschaftlichen Studie zu untersuchen.

Studie zur Prismenbrille

Mein Name ist Anja Lenz, ich promoviere an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Institut für Psychologie als externe Doktorandin. In meiner Dissertation möchte ich die Auswirkungen der Korrektion einer Winkelfehlsichtigkeit auf die Symptome einer Lese-/Rechtschreibschwäche bei Kindern erforschen. Dabei untersuche ich, ob eine Prismenbrille die Lese-/Rechtschreibleistung von Kindern, die visuelle Wahrnehmung und begleitende Anstrengungsbeschwerden verbessern kann.

Für die Studie suche ich als Teilnehmer Kinder der 2. – 4. Grundschulklassen mit Auffälligkeiten im Lesen und Rechtschreiben. Mit jedem Kind wird ein Intelligenztest, ein Konzentrationstest, ein Lese-/Rechtschreibtest und ein Test der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit durchgeführt.
Die Kinder erhalten die Brille kostenfrei, bei Interesse kann die Brille auch nach Beendigung der Studie behalten und weitergetragen werden.

Eine gründliche kostenfreie Augenglasbestimmung mit Untersuchung auf Winkelfehlsichtigkeit und die psychologischen Testungen finden in Berlin, Karlsruhe, Magdeburg und Sachsenheim im Zeitraum Dezember 2017 bis Februar 2018 statt.
Wenn Sie daran interessiert sind, mit Ihrem Kind an der Studie teilzunehmen, setzen Sie sich bitte direkt mit mir für weitere Informationen in Verbindung.

Auch falls Sie Fragen haben, können Sie mich gern jederzeit kontaktieren.

Mit besten Grüßen

Anja Lenz
Mobil: 0179/1178556
Mail: LRS.STUDIE@gmail.com

Bildquelle: fotolia.com / © luckybusiness

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11 Responses zu “Studie zur Prismenbrille – Teilnehmer gesucht”

  1. Anonym 9. Januar 2018 um 11:55 #

    Hallo
    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen.Ich war mal wieder auf der Suche nach Erklärungen und Hilfe bei der Lernschwäche meiner Tochter. Und als ich diesen Aufruf gelesen habe dachte ich sofort das ich was dazu schreiben muss. Meine Tochter hat von Geburt an eine versteckte Winkelfehlsichtigkeit gehabt. Sobald sie müde wurde rutsche ihre wines Auge nach außen. Sie hatte oft Kopfschmerzen. Mit 2 Jahren wurde angefangen ein Auge abzulegen. Leider ohne Erfolg.

    Mit knapp 5 Jahren wurde Sie in Tübingen operiert, die Augenmuskeln wurden gekürzt und somit sollte sich räumliches sehen einstellen. Leider war der Schielwinkel 3 Jahre später wieder schlecht und reumliches sehen nicht dauerhaft vorhanden.

    Seid der 1.Klasse hat sie eine rechenschwäche, keine Vorstellung von Zahlen oder eine Vorstellung von Mengen. Das ist wirklich hart für das Kind, selbst einfache Aufgaben kann sie schwer lösen.
    In der Mitte 2.Klasse kam dann noch eine Rechtschreibschwäche dazu.
    Lesen klappt zum Glück ganz gut.

    Sie hat 3 Jahre einmal die Woche lerntherapie erhalten bei einer anerkannten Lerntherapeutin. Alles auf Privatkosten.

    In der Mitte der 4 Klasse bin ich durch Zufall auf einen Augenarzt gestoßen der mit Prismen Rillen arbeitet. Wir haben dort mehrere Tests machen lassen und sie bekam ihre Prismen Brille. Die Kopfschmerzen wurden dadurch etwas besser und ich denke sie sieht damit klarer.
    Sie kann trotzdem nicht reumlich sehen, oder zumindest nur eine kurze Zeit laut Optiker.

    Ich denke die Prismen Brille ist eine Möglichkeit Menschen mit Winkelfehlsichtigkeit zu helfen.
    Und wenn wir vielleicht früher von dieser Möglichkeit erfahren hätten, vielleicht wäre ihre Dyskalkulie und ihre Rechtschreibschwäche dann nicht so ausgeprägt.

    • squint 12. Januar 2018 um 15:19 #

      So wie Sie das beschreiben, liegt ein Aussenschielen bei ihrer Tochter vor (ein Auge rutscht manchmal nach außen ab, Z.n. augenmuskelchirurgischem Eingriff). Das ist KEINE Winkelfehlsichtigkeit! Prismen können bei einer solchen Schielform meist vorübergehend helfen, den Schielwinkel besser zu kompensieren. Wenn aber mit Prismen kein räumliches Sehen erzielt werden kann, sind diese nutzlos.

  2. Elke van Alen 11. Januar 2018 um 15:29 #

    Wer untersucht die Kinder für die Prismenbrillen? Wer verordnet die Brillen?

  3. Jutta Rieper 11. Januar 2018 um 16:02 #

    Hallo,
    Wenn ich das richtig verstehe Frau Lenz, sind Sie ja Psychologin. „ Winkelfehlsichtigkeit“ ist kein medizinischer Begriff. Häufig wird diese „Diagnose“ beim Optiker gestellt. Gemeint ist dabei eine latente Abweichung der Augen wenn man die Zusammenarbeit der Augen unterbricht. So eine latente Abweichung kann, muss aber nicht Beschwerden machen, eine Prismenbrilke ist nicht immer sinnvoll! JEDES Kind mit LRS sollte von einem Augenarzt und idealerweise von einer Orthoptistin in der Sehschule angesehen werden. Eine alleinige Untersuchung beim Optiker ist nicht ausreichend. So kann zum Beispiel eine versteckte Weitsichtigkeit nur mit pupillenerweiernden Tropfen diagnostiziert werden!

  4. Julia Seitter 11. Januar 2018 um 16:07 #

    Ich bin Orthoptistin und finde die Studie sehr spannend! Viele Kinder mit Teilleistungsstörungen haben ja auch Konvergenzinsuffizienzen oder Akkommodationsstörungen. Auch ich schließe mich der Frage von Frau v.Alen an, wie werden die Kinder untersucht? Wer untersucht sie? Findet hier eine ophthalmologisch-orthoptische Untersuchung statt oder eine optometrische Prüfung – ohne Zykloplegie? Wer verordnet die Brille bei Kindern? Wie werden die visuellen Störungen auch bez. der Wahrnehmung festgestellt?

    • mm
      Isabel Boergen 14. Januar 2018 um 12:03 #

      Liebe Frau Seitter, vielen Dank für Ihren Kommentar. Details zur Studie kann Ihnen die Studienleiterin Frau Lenz näher erläutern. Ihre Mailadresse lautet: LRS.STUDIE@gmail.com
      Herzliche Grüße!

  5. Elke van Alen 12. Januar 2018 um 9:40 #

    Die Prismenbrille als einfaches und kostengünstiges Hilfmittel zu bezeichnen, erscheint mir fahrlässig! Man kann mit einer fehlerhaften Abgabe einer Prismenbrille nachhaltig die Augenstellung ungünstig beeinflussen, weshalb die Abgabe an eine orthoptisch-ophthalmologische Verordnung gebunden ist. Welche Orthoptistin untersucht die Kinder?
    Kostengünstig, ja, aber nur, wenn sie als Verordnung des Augenarztes von der Krankenkasse getragen wird, was ab 3Prismendioptrin mit Verordnung der Fall ist!

  6. Daniela Lemm 12. Januar 2018 um 12:38 #

    Aus medizinischer Sicht (Orthoptik/Ophthalmologie/Strabologie/Neuroophthalmologie) gibt es klare Indikationen für die Verordnung von Prismenbrillen. Anderweitig eingesetzt, können Prismen der Augenstellung und beidäugigen Zusammenarbeit schaden.
    Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder zu Beginn von einem Augenarzt und einer Orthoptistin mit untersucht werden, inklusive Refraktionsbestimmung in Zykloplegie als Grundlage für den Refraktionsausgleich in der Brille.
    Die Frage ist, wie die Wirksamkeit der Prismen beurteilt werden soll, wenn in der Brille zusätzlich ein Refraktionsfehler korrigiert wird: es könnte ja auch alleinig der Refraktionsausgleich sein, der die Besserung der Beschwerden bewirkt.

  7. C. Müller 12. Januar 2018 um 21:14 #

    Ich bin diplomierte Legasthenietrainerin (EÖDL) sowie Orthoptistin. Leider wird der Begriff Legasthenie und LRS oft für dasselbe verwendet. Eine Legasthenie ist angeboren und nicht das Gleiche wie eine LRS. Die Ursache für eine LRS kann vielfältig sein. Psychische Ursachen oder physische Ursachen, Lerndefizite oder Minderbegabung. Als Orthoptistin lege ich viel Wert die Kinder mit Legasthenie oder LRS auf visuelle Störungen zu prüfen um bei einer Refraktionsanomalie (Weit,Kurz -oder Stabsichtigkeit) oder bei einer orthoptischen Störung (Schielen oder Pathophorien) entsprechend Maßnahmen zu ergreifen. Das Verordnen einer Prismenbrille bedarf strengen Kriterien und darf nicht aufgrund einer einzigen Testmethode in Zusammenhang mit einer LRS einfach so ausprobiert werden! Als ich den Aufruf zur Studienteilnahme las, ist mir sehr unwohl geworden. Ich hoffe nicht, dass Kinder, welche durch die in der Medizin umstrittene Untersuchungstechnik zur Winkelfehlsichtigkeit nach Haase, vorschnell eine Prismenbrille verordnet bekommen. Dies würde ich als ethisch nicht vertretbar halten. Ich hoffe zum Wohl der Kinder, das diese Studie von einem Strabologen und einer Orthoptist/in begleitet wird. Es mag sein, dass meine Sorge unbegründet ist. Ist es möglich einen Einblick in das Procedere der Studie zu erhalten? MfG C. Müller (Orthoptistin, Certified Dyslexia Trainer (EÖDL)

    • mm
      Isabel Boergen 14. Januar 2018 um 12:00 #

      Liebe Frau Müller, haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur Studie können Sie sich jederzeit an die Studienleiterin Frau Lenz wenden.
      Mail: LRS.STUDIE@gmail.com Herzliche Grüße!

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Qualifikation und Fortbildung von Lehrkräften zu Alphabetisierung und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS, Legasthenie)