Symptomfragebogen zu Rechenschwierigkeiten

Symptomfragebogen RechenschwierigkeitenWann und wie kann man erkennen, dass ein Kind Rechenschwierigkeiten entwickelt (hat)? Und wie wichtig ist das überhaupt? Manch ein Erwachsener kokettiert doch recht gern damit, dass es bei ihm/ihr in der Schulzeit mit Mathe nie recht klappen wollte. Nicht so gut rechnen können erscheint vielen Menschen im Vergleich zum nicht gut Lesen- und Schreiben-Können vernachlässigbar.

Aber wie ergeht es Kindern mit Rechenschwierigkeiten tatsächlich? Wenn Kinder trotz zeitaufwändigen Übens große Probleme beim Mengenverständnis, dem Zahlbegriff und den Grundrechenarten haben, können sie kein Verständnis des dezimalen Stellenwertsystems entwickeln. Mathematik bleibt ein Buch mit sieben Siegeln für diese Kinder. Die Frustration ist entsprechend hoch. Allgemeine Leistungsprobleme sowie psychosomatische Beschwerden können sich einstellen.

Häufig werden Rechenschwierigkeiten weder in der Schule noch im Elternhaus frühzeitig genug erkannt. Dieser Problematik widmet sich ein aktuelles Projekt:

Symptomfragebogen bietet Unterstützung für die U10/U11 – Vorsorgeuntersuchungen

Der Arbeitskreis des Zentrums für angewandte Lernforschung hat zusammen mit dem Mathematischen Institut zur Behandlung der Rechenschwäche in München einen Symptomfragebogen für Beratungsstellen und Kinderarztpraxen entwickelt. Dieser Fragebogen ermöglicht bei Hinweisen auf eine Rechenproblematik eine gute Vor-Diagnostik. So können pädiatrische Praxen in einem ersten Schritt sehen, welche Schwierigkeiten das Kind im Grundlagenbereich der Zahlen, Stellenwerte und Rechenoperationen hat.

Auf der Basis von 40 Items wird ein Augenmerk auf folgende Fragen gerichtet: Welche mathematischen Stoffgebiete hat ein Kind in Folge nicht verstanden, wenn es sich vom zählenden Rechnen nicht lösen konnte? Welche Auswirkungen hat das für den Alltag? Welche psychosomatischen Symptome haben sich bereits eingestellt, wenn ein Kind in diesem wichtigen Hauptfach versagt?

Auf dieser Grundlage kann das weitere Vorgehen mit den Eltern besprochen werden.

Kinderärzte können den beschriebenen Fragebogen kostenlos in Form einer PDF-Datei erhalten. Diese kann als interaktives Formular an die Eltern verschickt werden. Die PDF-Datei kann per Mail an fragebogen@arbeitskreis-lernforschung.de  angefordert werden.

Mehr zur Thematik erfahren Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Zentrum für angewandte Lernforschung.

Pädagogische bzw. lerntherapeutische Förderung bei Rechenschwierigkeiten

Die Gründe für anhaltende Rechenschwierigkeiten können vielfältig sein. Es kann sich um eine Entwicklungsverzögerung beim Kind handeln. Genauso kann auch ein zu schnelles Vorgehen im Unterricht oder eine überfüllte Klasse zu den Schwierigkeiten beitragen oder sie auslösen. In jedem Fall hilft letztlich dasselbe Vorgehen: Wenn klar ist, dass ein Kind eine „Rechenschwäche“ entwickelt hat, sollte eine genaue Lernstandserhebung bzw. Förderdiganostik stattfinden. So wird sichtbar, wo eine gute individuelle Förderung ansetzen kann.

Wenn die schulischen und häuslichen Möglichkeiten nicht ausreichen, um das Kind dabei zu begleiten, Rückstände aufzuholen, empfiehlt sich eine fundierte Lerntherapie. Sie hilft dabei, Schritt für Schritt mathematische Grundlagen zu erarbeiten und zu verinnerlichen. Gleichzeitig arbeitet sie mit dem Kind an Selbstwertgefühl und Motivation, um eine Basis für den Lernfortschritt und das Wohlbefinden des Kindes zu schaffen.

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